Patrozinium: hl. Willibrord - Gedenktag: 07. November
Unter der heutigen Anlage finden sich Überreste des Klosters und der Kirche des heiligen Willibrord. Bei seinem Tod im Jahr 739 wurde er im Chorraum des
Beginnen wir unseren Rundweg an der Stelle, an der auch die Prozession zum Grab des Heiligen ihren Ausgang nimmt. Alljährlich sammeln sich am Morgen des Pfingstdienstages bei dem alten Steinkreuz nahe der Brücke die Pilger aus Waxweiler und den anderen Eifelorten, um von hier aus ihren Weg in die Abteistadt zu nehmen.
Die Tradition der Echternacher Springprozession reicht viele Jahrhunderte zurück. Wenn sich auch die ersten schriftlichen Hinweise auf dieses sprichwörtlich gewordene Brauchtum erst um 1497 in einem Echternacher Schöffenweistum finden, das erstmals "springenheiligen" erwähnt, so spricht doch vieles dafür, dass der Brauch weit älter ist. Neuere Forschungen weisen ihn bis ins frühe Mittelalter nach.
Die Pilgerfahrten zum Grab des heiligen Willibrords reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Willibrords erster Biograf Alkuin berichtet, der über die Jahrhunderte nicht mehr abbrechende Pilgerzug zum Grab des Heiligen habe gleich nach seinem Tod begonnen. Erst die Folgen der Jahre nach 1794 haben diese Tradition für kurze Zeit unterbrochen, ehe sie noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wiederaufgenommen wurde und seitdem nicht mehr abgerissen ist.
Die alte Brücke allerdings, die viele Jahrhunderte an dieser Stelle die Sauer überspannte und es den Pilgern ermöglichte, trockenen Fusses zum Grab hinüberzutanzen, hat die Wirren der Zeiten nicht überstanden. Sie wurde, heftig umkämpft, in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges stark beschädigt und nach dem Krieg grundlegend erneuert. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.
Gleich einem verwunschenen Märchenschloss aus fernen Zeiten leuchtet das Weilerbacher Schloss versteckt aus dem lichten Mischwald zu dem Vorbeifahrenden herüber. Nicht wenige sind überrascht, mittem im Wald einen solchen Bau zu finden.
1780 wurde die Rokokoanlage inmitten scheinbarer Waldeinsamkeit vollendet und diente dem letzten Echternacher Abt, Emmanuel Limpach (1722-1793), als Sommerresidenz. Der auf E-formigem Grundriss errichtete zweigeschossige, zur Schauseite hin reichornamentierte Prunkbau besteht aus einem Mittelrisalit mit geschwungener Freitreppe, gekrönt von einem Glockentürmchen, und den beiden flankierenden Eckrisaliten.
Doch still und abgeschieden war es zur Zeit des letzten Echternacher Abtes hier kaum. Das Land unterhalb des Schlosses war gerodet, ein Hüttenwerk aus verschiedenen Gebäuden bestehend im Talgrund angesiedelt: lärmig-gescghäftiges Treiben herrschten im Schneidwerk und Schlackenpochwerk, in der Schmelze und Formerei. Erst 1960 wurde das unrentabel gewordene Werk geschlossen.
Schon 1716 hatte ein Privatmann auf diesem zur Abtei gehörigen Gelände eine Schmiede gegründet, die aber unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten litt, so dass das Kloster den Betrieb 1762 erwarb. Den Vertrag unterschrieb der damalige Vermögensverwalter der Mönche, Bruder Limpach. Selbst 1775 zum Abt gewählt, betrieb er zügig den Auf- und Ausbau einer Giesserei und Schmiede.
Wenn auch kein Ort geistlicher Einkehr und stiller, abgeschiedener Betrachtung, wohl aber zum Klosterbesitz gehörend, beleuchtet das Schloss einen weiteren Aspekt der Ausstrahlungskraft und Bedeutung der einstigen Abtei für unsere Gegend - nämlich den wirtschaftlichen. Wir stehen am Anfang der Industrialisierung Europas, und wie diese Hütte zeigt, erkannten die Mönche sehr früh deren Bedeutung für die Zukunft und wirkten auf ihre Weise an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes mit. Aus solchen Anfängen, wie sie im Nordwesten Luxemburgs auch von der Abtei Orval betrieben wurden, entwickelt sich im Laufe des 19. Jahrhunderts das für die luxemburgisch-französisch-deutsche Grenzregion bis weit in das vergangene Jahrhundert hinein so bedeutsame Eisenhüttenwesen, die spätere Montan-Union.
Nach dem Ende der Abtei wurde der Besitz erst konfisziert, dann privatisiert. Im 2. Weltkrieg stark beschädigt und anschliessend nur notdürftig bedacht und wiederhergestellt, drohte das Schloss zur Ruine zu verkommen und unterzugehen. Doch dank überregionaler Initiativen konnten zwischen 1987 und 1992 das Mauerwerk gesichert und der gesamte Bau grundlegend renoviert werden. Seitdem erstrahlt das Schloss wieder in seinem alten Glanz, während die meisten Gebäude der einstigen Werksnalage sich nurmehr als Ruinen malerisch im Gelände gruppiert erhalten haben und das Ganze wie einen kleinen, von englischer Ruinenromantik geprägten Landschaftsgarten ausschauen lassen. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.
Patrozinium: St. Luzia - Gedenktag: 13. Dezember
Erreicht man aus dem engen Tal des Weilerbaches kommend die Höhe des Ferschweiler Plateaus, so grüssen einen am Ortseingang gleich zwei Kirchen: linkerhand die aus den 1820er Jahren stammende heutige Pfarrkirche, ihr gegenüber auf einer kleinen Anhöhe der Glockenturm des früheren Gotteshauses des Dorfes, das der ganzen Hochfläche seinen Namen gab.
Ob dieser Ort mit einer "Weiler/vilare" genannten Siedlung identisch ist, die in einer Echternacher Urkunde zwischen 751 und 768 erwähnt wird, ist ungeklärt. Mit Sicherheit aber kann er mit jenem "Weiler mit seiner Kirche" identifiziert werden, den eine Urkunde aus dem Jahre 1161 nennt, in der Gegenpapst Victor IV. (1159-64) der Abtei verschiedene Besitztümer in eben dieser Gegend bestätigte.
Von diesem bescheidenen Gotteshaus, das vermutlich an gleicher Stelle stand, haben sich keine Spuren erhalten. Willibrord selbst soll es einst geweiht haben. Dagegen stammte die Kirche, von der sich allein der Glockenturm erhalten hat, aus der Spätgotik. Auf der Südseite dieses Turmes hat sich in der Fensterrahmung die Jahreszahlt 1538 erhalten. Das Kirchenschiff wurde 1876/78 niedergelegt.
Nach der Auflösung der Abtei und dem Untergang der mit ihr verbundenen Grosspfarrei wurde Ferschweiler 1803 der neugegründeten Pfarrei Ernzen als Filialort beigegeben. Erst 1827 wurde das Kirchspiel als eigenständige Pfarrei anerkannt und daraufhin die neue Pfarrkirche erbaut.
Ursprünglicher Patron der Kirche war der heilige Nikolaus. Erst in späterer Zeit trat an seine Stelle die heilige Luzia (Fest: 13. Dezember/Name: die Lichtvolle, Leuchtende). Das Mädchen stammte aus einer angesehenen sizilianischen Familie der Stadt Syrakus, es legte früh ohne Wissen seiner Eltern das Gelübde zur Jungfräulichkeit ab. Erst nachdem seine Mutter auf sein Anraten hin nach Catania ans Grab der Heiligen Agatha gepilgert und dort von langjähriger Krankheit (Blutfuss) geheilt worden war, liess das Kind sie sein Versprechenn wissen und bat, das ihm zugedachte Vermögen an die Armen verteilen zu dürfen. Als der von der Mutter erwählte Verlobte erfuhr, das Vermögen seiner zukünftigen Braut vermindere sich mehr und mehr, brachte er diese vor den Richter der Stadt. Unerschrocken bekannte Luzia ihren Glauben, selbst die Androhung von Gewalt schreckte sie nicht. so wurde sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt, mitleidige Zuschauer stiessen ihr ein Schwert durch die Kehle, um ihre Qualen zu beenden. Deshalb wird sie vielfach mit einem den Hals durchbohrenden Schwert und Flammen zu ihren Füssen dargestellt. Sie wird unter anderem als Patronin der Bauern, Blinden, reuigen Dirnen und Näherinnen verehrt. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Das sich um Ferschweiler auf der Höhe zwischen Sauer und Prüm ausdehnende gleichnamige Plateau liegt auf einer mächtigen Liassandsteinplatte. Schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit war diese eine natürliche Festung bildende Hochebene besiedelt wie zahlreiche steinzeitliche Funde belegen.
Aus der Zeit der ausgehenden Jungsteinzeit haben sich mehrere Menhire erhalten, von denen das nordöstlich des Ortes mitten im Wald an einer Wegkreuzung gelegene Fraubillenkreuz das bedeutendste Zeugnis dieser Zeit ist. Der Sandsteinmonolith wurde vermutlich in frühchristlicher Zeit in ein Kreuz umgeformt und erhielt eine kleine Nische, in der ein Marienbild aufbewahrt wurde. Daher leitet sich wohl der heutige Name dieses urgeschichtlichen Denkmals ab: Bildnis unserer Lieben Frau (= Maria) im Kreuz, Frau-Bild-Kreuz.
Die Umwandlung vom Menhir zum christlichen Glaubenszeichen wurde später dem heiligen Willibrord zugeschrieben. Eine Legende erzählt, wie es dazu kam. Zur Zeit des Heiligen war unsere Heimat zwar schon lange christianisiert, doch in der Landbevölkerung hielten sich noch immer hartnäckig heidnische Gebräuche und abergläubige Verehrungsformen. Dazu gehörte, dass man heimlich sogenannte Hinkel- und Göttersteine verehrte; so auch hier.
Solcher Götzendienst war den Mönchen und Geistlichen ein Dorn im Auge. Als eines Tages im Kloster der heiligen Irmina zu Trier die Pest ausbrach und manche Nonne dahinraffte, hiess es bald, die Götzendiener auf dem Plateau seien die eigentlichen Verursacher dieser himmlischen Strafe. Lebten sie doch auf dem Land, das die Heilige der Abtei gestiftet hatte, und unterliessen ihr frevelhaftes Unwesen nicht, heidnische Gebröuche auszuüben. Darum sei dieses Strafgericht über das Kloster hereingebrochen.
Daraufhin schickte die Äbtissin Boten nach Echternach, die Willibrord über das Geschehene unterrichteten. Der eilte alsbald auf die Höhe, sprach den Verblendeten eindringlich ins Gewissen und liess den alten Heidenstein in seine heutige Kreuzesform umgestalten. Zudem habe der Heilige, der ein grosser Marienverehrer war, jene Nische einmeisseln gelassen, um in ihr ein Marienbild aufzustellen.
Ob dem so war, lässt sich heute nicht mehr klären. Möglicherweise steht hinter dieser frommen Legende das Wissen darum, dass der Missionar Willibrord mancherorts Götzenbildnisse zerstört und heidnische Denkmale in christliche Kultstätten umgestaltet hat.
Wer den Wanderweg zum Fraubillenkreuz genommen hat, sollte auf dem Rückweg auch die nahegelegene Schankweiler Klause besuchen, ein Barockjuwel mitten im Wald, Ende des 20. Jahrhunderts innen und aussen grundlegend renoviert. Mit Holsthum gehörte Schankweiler zur luxemburgischen Herrschaft Bourscheid, deren Herren von Metternich 1648 die Klause gründeten. Wenn somit auch kein geschichtlicher Bezug zur Abtei Echternach besteht, so verdient dieses Schmuckstück auf jeden Fall einen Besuch. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St. Nikolaus - Gedenktag: 06. Dezember
Erstmals wurde der Flecken in einer Urkunde von circa 799 erwähnt, in der ein gewisser Harduwinus, ein im Nimstal reich begüterter Grundbesitzer, seine in Wolsfeld und an der Prüm bei Niederweis gelegenen Besitztümer der Abtei vermachte.
Jahrhundertelang prägten luxemburgische Herren die Geschichte der dortigen Burg und des Dorfes. Die Seelsorge aber oblag den Mönchen der Abtei Echternach, die sich bezüglich des Gottesdienstes mit dem Pfarrer von Alsdorf abwechselten. Das Gotteshaus hatte den Rang einer freien Kapelle; es war damit nicht als Filialort an eine Pfarrgemeinde gebunden, hatte aber auch nicht die vollen Rechte einer Pfarrkirche. Nach dem Untergang der Abtei wurde der Ort als Filiale jährlich wechselweise von Ernzen und Irrel aus seelsorgerisch betreut. Erst 1876 kam er auf Dauer zu Irrel.
Die Kirche, unterhalb der einstigen Burg am Berghang beim Dorf gelegen, wurde um 1500 als Burgkapelle von den damaligen Burgherren errichtet. Der schlichte, zweijochige, sterngewölbte Saalraum mit polygonalem Chorschluss und späterem Sakristeianbau an der Südseite des Chores hat sein ursprüngliches Aussehen weitgehend unverändert bewahrt. Eine neue Akzentuierung erhielt der Bau durch die zwischen 1956 und 1960 ausgeführte Erweiterung im Westen. Der Trierer Baurat Heinrich Otto Vogel (1898-1994) fügte einen querovalen Raum mit gleicher Traufhöhe an. Im Inneren wurde die Westfassade geöffnet, der neue Raumteil wird durch eine eingestellte Orgelempore unterteilt.
Eine thronende, bäuerlich wirkende Madonna mit Kind sowie eine ausdrucksstarke Pietà aus dem 15. Jahrhundert erinnern an das ursprüngliche Patrozinium der Kirche, die der Gottesmutter Maria geweiht war. Aus ihrer Erbauungszeit stammen die aufwendig gearbeiteten Gewölbeschlussteine und die beiden Konsolfiguren, auf denen das Gewölbe im Chorbereich ruht: ein Gnadenstuhl (Gott Vater hält das Kreuz mit dem toten Jesus in seinen Händen) und die heilige Veronika mit dem Schweisstuch, das das Abbild des leidenden Christus zeigt. Damit rahmen zwei Bildwerke, die auf das Leiden und den Opfertod des Gottessohnes hinweisen, den Chorraum ein, in dem der Altar steht, auf dem im heiligen Messopfer eben dieses Geschehen vergegenwärtig und an Gottes Heilswirken an den Menschen erinnern wird.
Wurde bei der grossen Visitation der Jahre 1569/70 als Patronin noch die Gottesmutter genannt, so vollzog sich auch hier später ein Patroziumswechsel. Heute wird der heilige Nikolaus (Fest: 06. Dezember/Name: Sieger des Volkes) verehrt. Er zählt zu den volkstümlichsten Kirchenheiligen. Als Kind wohlhabender Eltern christlich erzogen, wurde er Nachfolger seines Onkels als Bischof von Myra, 70 Kilometer südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei gelegen. Während der letzten Christenverfolgung noch einige Zeit eingekerkert, war er 325 Teilnehmer am Konzil von Nicäa. Etwa 65-jährig verstarb er am 6. Dezember 345 (351?). Zeitlebens half er den Armen und Kindern, so dass seine Verehrung gleich nach seinem Tode einsetzte.
1087 wurden seine Reliquien nach Bari übertragen, von dort gelangte noch im gleichen Jahr eine Fingerreliquie nach Lothringen. Der dortige Aufbewahrungsort an der Meurthe nahe der Stadt Nancy nahm bald den Namen des Heiligen an. Schon im 12. Jahrhundert war die Wallfahrt dorthin, nach St. Nicolas-de-Port, weit über die Grenzen berühmt und liess die Verehrung des Heiligen auch in unserer Gegend grossen Aufschwung finden, Nikolaus zum Patron Lothringens.
Ungezählt sind die Legenden, die sein Wirken schildern und ihn als Beschützer und Freund der Kinder darstellen. Abendlänsiche und orthodoxe Kirche verehren ihn gleichermassen, zahlreiche Patronate wurden ihm übertragen, unter anderem: der Apotheker, Bierbrauer, Chorknaben, Fährleute, Fischer, Kinder, Metzger, Notare, Pilger, Schüler, schiffer, Steinmetze, Weber und Wirte. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St. Peter - Gedenktag: 29. Juni
Um 750 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt, als ein gewisser Balderich sein dortiges Gut der Abtei Echternach schenkte. Diese hatte, wie Urkunden bezeugen, in Alsdorf und seinen Filialen Kaschenbach und Niederweis verschiedene Bestiztümer, so auch bis 1794 den Freihof Oberecken. Pfarrlich gesehen gehörte der Ort wohl nie zur Abtei. Vermutlich bildete er ursprünglich zusammen mit Wolsfeld, Dockendorf, Messerich und Meckel sowie deren Filialorten einen eigenen Pfarrbezirk, wie bis in das 18. Jahrhundert bestehende Prozessionsgemeinschaften und Gottesdienstverpflichtungen sowie eine 1676 für eben diese Orte gegründete gemeinsame Christenlehrbruderschaft, die ihren Sitz in Alsdorf hatte, nahelegen.
Auch das Kirchenpatrozinium zeigt, dass es sich um eine sehr alte Gründung handelt, selbst wenn die Kirche in den frühesten Urkunden keine Erwähnung gefunden hat. Möglicherweise handelte es sich bei der dem Petrus geweihten Kirche um eine aus dem 7. Jahrhundert stammende Taufkirche für diesen Pfarrbezirk im unteren Nimstal, aus dem sich in der Folgezeit die heutigen Pfarrgemeinden loslösten. Von dieser Kirche haben sich keine Spuren erhalten. 1472 wurde auf dem heutigen Friedhof ein neues Gotteshaus errichtet, das im 18. und 19. Jahrhundert wiederholt erweitert wurde, letztlich aber für die anwachsende Gemeinde zu klein geworden war.
Um 1900 begann man mit der Planung eines Neubaues, der Grundstein wurde 1903 gelegt, die Konsekration 1907 gefeiert. Architekt war der damalige Trierer Dombaumeister Wilhelm Schmitz (1864-1944), sein Bauleiter Julius Wirtz (1875-1952). Bei seinem Entwurf für Alsdorf griff Schmitz auf Pläne zurück, die er 1895/97 für die Renovierung des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Mariensaal in Mülheim an der Ruhr (Kloster Saarn) angefertigt hatte. Die alte Kirche diente noch bis 1921 als Versammlungsraum, dann wurde sie niedergelegt. Der bescheidene querrechteckige Chorraum von 1721 blieb bestehen und dient heute als Friedhofskapelle, das gotische Sakramentshäuschen hatte man schon beim Bau der neuen Kirche in deren Chor übertragen.
An die alten Verbindungen zu Echternach erinnert in der neuen Pfarrkirche eine Statue des heiligen Willibrord, die ursprünglich zur Kanzel gehörte und heute in der Turmkapelle aufgestellt ist. Bei der Errichtung des Predigtstuhls 1910 hatte man sich bewusst für die Darstellung dieses Heiligen entschieden, da er doch der Apostel dieses Landes gewesen sei.
Patron der Pfarrei ist der Apostelfürst Petrus (Fest: 29. Juni/Name: der Fels). Er stammte aus Betsaida am See Genezareth, war Fischer und hiess eigentlich Simon. Seinen Beinamen gab ihm Jesus, der ihn gemeinsam mit seinem Bruder Andreas in die Schar der zwölf Auserwählten berief. Die Bibel schildert ihn als ebenso spontanen wie impulsiven Wortführer der Jüngergemeinschaft. Da Jesus ihm eine Vorrangstellung unter den Aposteln gab, wurde er nach der Himmelfahrt des Herrn Leiter der Christengemeinschaft. Später erlitt er in Rom während der Christenverfolgung unter Kaiser Nero um 64 n. Chr. das Martyrium, man kreuzigte ihn mit dem Kopf nach unten. Über seinem schon früh verehrten Grab erhebt sich heute der Petersdom. Der Apostel ist unter anderem Patron der Fischer, Fischhändler, Netzmacher, Schiffer, Maurer, Töpfer, Schlosser, Schmiede, Metallarbeiter und Brückenbauer. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.
Patrozinium: St. Hubertus - Gedenktag: 03. November
Im Zusammenhang mit ihrer grossen Schenkung an die Abtei überliessen der fränkische Edelmann Harduwinus und seine Gattin auch ihren in Wolffualt (Wolsfeld) gelgenen Besitz um 700 dem Kloster. Anders als in Meckel war damit aber keine Kirche verbunden. Denn pfarrlich gehörte der Ort zu Alsdorf; bis 1803 wechselten sich die Geistlichen von dort und Dockendorf jährlich als Seelsorger in Wolsfeld ab. Erst in jenem Jahr wurde Wolsfeld eigenständige Pfarrei und ist heute Zentrum der gleichnamigen Seelsorgeeinheit (Pfarreiengemeinschaft), die auch die ehemaligen Pfarreien Dockendorf, Messerich und Meckel mit ihren Filialen umfasst.
Wie lange die Schenkung Harduwins im Besitz der Abtei verblieb, ist ungewiss. Da die Luxemburger Grafen, die als Vögte des Klosters eigentlich dessen Besitz schützen sollten, sich im Laufe der Zeit aber einen Teil davon aneigneten, änderten sich auch für Wolsfeld die Herrschaftsverhältnisse. Im hohen Mittelalter finden sich hier verschiedene luxemburgische Adelsgeschlechter, das Dorf wechselte häufig seinen Besitzer. Im ausgehenden 17. Jarhundert dürfte sich der Ort wohl endgültig aus dem Einflussbereich der Abtei gelöst haben, nachdem er noch zur Zeit des Abtes Bertels in dessen Verzeichnis der Ortschaften aufgeführt war, die dem Kloster zu Abgaben verpflichtet waren.
Zentrum des Dorfes war und ist die alte Pfarrkirche, die sich am Westrand des alten Ortskernes im ummauerten Bering des einstigen Friedhofes erhebt. Vermutlich um 1150 wurden die ältesten erhaltenen Bauteile des Gotteshauses errichtet, die Untergeschosse des Chorturmes, an den sich ein einschiffiger, bescheidener Saalbau anschloss.
Um 1500 wurde dieser Bau beträchtlich erweitert und erhielt sein heutiges Aussehen. An seiner Nordseite wurden ein zweites, schmaleres Kirchenschiff sowie ein weiterer Chorraum angebaut. Zur gleichen Zeit erhielt der Raum sein gotisches Gewölbe. So entstand eine drei Joch lange Halle mit zwei unterschiedlich breiten aber gleichhohen Schiffen und birnstabförmigen Kreuzrippengewölbe.
Damals wurde auch der Turm um zwei Geschosse erhöht, wobei die Schallarkaden in altertümlicher spätromanischer Formensprache ausgeführt wurden, vielleicht um so auf das hohe Alter dieses traditionsreichen Ortes zu verweisen. Die bauliche Erweiterung war notwendig geworden, weil der Ort und seine Kirche mehr und mehr zu einem überregionalen Zentrum der Hubertuswallfahrt entwickelten. Diese Bedeutung spiegelt sich auch in den Visitationsprotokollen von 1570 wider, in denen für die im Grunde kleine Dorfkirche vier Altäre und ebensoviele Kelche aufgeführt sind. Dies lässt sich nur mit den vielen Pilger erklären, die das Mittelalter hindurch bis zum beginnenden 19. Jahrhundert dort Heil und Zuspruck suchten. Dass der Pilgerandrang noch kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution sehr gross gewesen sein muss, lässt eine Rechnung von 1784 erkennen, wonach damals noch vier Beichtstühle angeschafft wurden.
Um 1610 erlitt der Bau im westen möglicherweise in Folge eines Brandes grössere Schäden. Damals verlor das dortige Joch sein Gewölbe und der gesamt Westteil musste erneuert werden. Dabei verzichtete man auf eine Wiedererrichtung der Gewölbe und zog stattdessen dort später eine breite Empore ein. Bei der letzten grundlegenden Renovierung (1958-62) wurden die recht herbe, schematische Blumenrankenausmalung aus der Zeit nach dem Umbau von 1500 sowie ein um 1700 entstandenes Fresko über dem südlichen Chorbogen freigelegt und ergänzt.
Prunkstück des Gotteshauses ist sein 1620 geschaffener Steinretabel. Vermutlich in der Werkstatt und Nachfolge des Trierer Bildhauers Hans Rupprecht Hoffmann (um 1545-1617) entstanden, erzählt das Altarbild die bekannte Legende von der Bekehrung des Kirchenpatrones. Hubertus (Fest: 3. November/Name: berühmter Denker) lebte von ca. 655 bis 727. Er war nicht nur ein Zeitgenosse des heiligen Willibrord, sondern wird ihn auch persönlich gut gekannt haben. Denn mit dem Hauser der Irmina eng verwandt, erscheint er auf der Schenkungsurkunde des Pippin und der Plektrudis an Willibrord aus dem Jahre 706 als einer der namentlich genannten Zeugen. Auch grenzte sein Bistum Lüttich-Maastricht mit Nordbrabant und Limburg an Utrecht, das Bistum Willibrords.
Aus hohem fränkischen Adel stammend war er mit der Tochter des Grafen von Lüttich verheiratet. Sein Sohn aus dieser Ehe wurde später sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl von Lüttich. Am Hofe Pippins lebend, lernte er dort den Bischof von Maastricht, den heiligen Lambert (625-703 - Fest: 17. September/Name: der berühmte Landmann) kennen. Im Jahre 695, nach dem Tode seines Vaters und seiner Frau, zog sich Hubertus zm Gebet und Bibelstudium sieben Jahre in die Waldeinsamkeit der Ardennen zurück, ehe er 702 nach Rom pilgerte und im darauffolgenden Jahr nach Lamberts Ermordung dessen Nachfolger wurde. Er bemühte sich in besonderer Weise um die Ausrottung des Heidentums im Ardennenraum, weshalb er als "Apostel der Ardennen" verehrt wird. Um 708 verlegte er den Bischofssitz von Maastricht nach Lüttich. Er starb am 30. Mai 727 in Tervueren bei Brüssel und wurde in Lüttich begesetzt. Als man am 3. November 743 seine Gebeine umbettete (Translatio), fand man diese unverwest. 825 wurde sein Leichnam in das Ardennenkloster Andagium übertragen, das in der Folgezeit sich nach dem Heiligen benannte. So begegnet uns in diesem Kirchenpatron nicht nur ein Zeitgenosse Willibrords, sondern auch in Mitstreiter dessen bei der Glaubensverkündigung im Eifelland und seinen angrenzenden Regionen.
Auf dem Hochaltar finden sich in den Seitennischen die Bildnisse der heiligen Tochus und Sebastian, die im Mittelalter vor allem als Schutzpatrone gegen die Pest angerufen wurden. Diese als Geissel der Menschheit gefürchtete Epidemie wütete in den Jahren um die Errichtung dieses Altares (1620) so verheerend in unserer Heimat, dass im Jahre 1633 Wolsfeld sogar menschenleer geworden war.
Die Darstellung des heiligen Sebastian (Fest: 20. Januar/Name: dem Kaiser zugehörig) erinnert an eine weitere Verbindung zu Echternach. Dort wurde ein Teil der Reliquien dieses Pestheiligen verehrt. Als Willibrord 695 zum zweiten Mal in Rom weilte, schenkte ihm Sergius I. (Papst 687-701) zahlreiche Reliquien, darunter, so die mündliche Überlieferung, auch solche des heiligen Sebastian, die Willibrord dann seinem Kloster geschenkt habe. Erste schriftliche Hinweise auf die in Echternach seit uralter Zeit verehrten Reliquien finden sich im 14. Jahrhundert. Einer ihrer berühmtesten Besucher war 1512 Kaiser Maximilian (1459-1519). Zeitweise, besonders wenn die Pest wütete, soll die Verehrung Sebastians die des Willibrords bei weitem übertroffen haben. Ob die besondere Verehrung des Pestpatrons, wie wir sie in Wolsfeld, vor allem aber in Minden finden, auch im Zusamenhang mit den engen Beziehungen zur Abtei steht, kann nur gemutmasst werden. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.
Patrozinium: St. Bartholomäus - Gedenktag: 24. August
Wie wechselhaft Besitzverhältnisse in früherer Zeit waren, zeigt Meckel. Um 799 schenkte der in unserer Gegend reich begüterte fränkische Edelmann Harduwinus sein "im Bitgau im Dorfe namens Mekela" gelegenes Eigentum zusammen mit der dortigen Kirche der Abtei Echternach. Diese Schenkung ergänzte um 835 seine Ehefrau Ava durch ihren im Dorf gelegenen Herrenhof.
1258 wurde die Kirche dem Hospital in Echternach übertragen, die Abtei selbst aber besass weiterhin das Patronatsrecht. Im Jahre 1491 wurde die Pfarrkirche in das 1488 neuerrichtete und näher gelegene Kreuzherrenkloster auf dem Helenenberg inkorporiert, von da an musste die Priorei die Geistlichen für Meckel stellen. Für diesen Dienst erhielt der Helenenberg ein Drittel des Zehnten, zwei Drittel aber verblieben weiterhin in Echternach.
Die Abtei verstand sich auch später als der eigentliche Besitzer der Pfarrei, wie aus der Zeichnung des Abtes Johann Bertels ersichtlich wird, die dieser um 1597 von der Meckeler Pfarrkirche in seinem Rentenbuch anfertigte. Sie stellt das älteste bildliche Zeugnis der alten Pfarrkirche dar. Bei dieser Pfarrorganisation blieb es bis zum Ende der Abtei 1794, danach gehörte Meckel bis 1817 zum Bistum Metz, ehe es der Trierer Diözese zugeteilt wurde. Über die anderen für den Ort bedeutsamen Grundherrschaften sei nur soviel gesagt, dass im Mittelalter unter anderem auch den Trierer Abteien Oeren (St. Irminen), St. Maximin sowie St. Simeon ausgedehnte Güter gehörten.
Das Dorf besitzt heute zwei Kirchen, die neue wurde nach längerer Vorplanung ab 1896 errichtet und 1899 konsekriert. Ihr Architekt war der Trierer Dombaumeister Reinhold Wirtz (1842-1898). Die alte Pfarrkirche dient seitdem als Friedhofskapelle, ihr gilt in diesem Zusammenhang unser besonderes Interesse. Denn es handelt sich bei ihr eben um die Kirche, die einst zum Besitz von Echternach gehörte und die Abt Bertels auf seiner Zeichnung um 1597 sehr detailgetreu dargestellt hat.
Das um 800 genannte Gotteshaus Harduwins hat keine Spuren hinterlassen, vermutlich stand es an der Stelle der heutigen alten Kirche. Auch kann angenommen werden, dass das Gut des Stifters nahebei gelegen war. Um 1200 wurde ein steinernes Gotteshaus errichtet, von dem sich der schwere, gedrungene Turm erhalten hat. Ursprünglich fünf Geschosse hoch wurden 1896 zwei davon wegen Baufälligkeit abgetragen. Seitlich des Turmes künden die Reste eines romanischen Türsturzes von diesem Bau. Zwischen 1473 und 1491 errichtete man das heutige Kirchenschiff mit seinem rechteckigen Chor.
Im Inneren finden wir einen fast quadratischen Einstützenraum vor. Dieser Bautypus - eine Stütze im Mittelpunkt des Raumes trägt das Gewölbe und unterteilt die Halle in zwei Schiffe - gehört zu einer Sonderform gotischer Kirchenarchitektur, die sich vor allem in Böhmen, Österreich und Ostbayern findet. Durch den weitgereisten Kardinal Nikolaus Cusanus (1416-1464) gelangte diese Bauform über das von ihm gegründete Hospital in Bernkastel-Kues an die Mosel und fand in der Folgezeit auch in der Eifel Nachahmung und Abwandlungen, so unter anderem in Wolsfeld und Meckel. Seine Ausmalung erhielt das Gotteshaus 1672. Vier Jahre später wurde auch in Meckel die für das untere Nimstal so wichtige Christenlehr-Bruderschaft eingeführt, von der wir schon in Alsdorf erfuhren.
Wann Meckel sein heutiges Patrozinium erhielt, ist ungewiss. Möglicherweise war einst der heilige Trierer Bischof Maximin (Bischof ab ca. 329, gest. um 346) der ursprüngliche Patron Meckels, der Wechsel des Patroziniums wird wohl vor 1487 vorgenommen worden sein. Bartholomäus (Fest: 24. August/Name:hebräisch bar tolmai - Sohn des Furchenziehers) finden wir nur in den Apostellisten des Neuen Testamentes. Wahrscheinlich ist er identisch mit jenem Natanael aus Kana in Galiläa, der anfangs skeptisch gegenüber Jesus war, der von ihm voller Hochachtung sagte: "Seht, da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit." (Joh I,45ff) Bartholomöus war sein Beiname. Der Überlieferung nach predigte er in Indien, Mesopotamien und südlich des Kaspischen Meeres in Kleinasien. In Armenien soll er auf grausame Weise den Martertod erlitten haben, man häutete ihn bei lebendigem Leibe. Seine Gebeine kamen 983 nach Rom, seine Hirnschale wird seit 1238 in Frankfrut am Main im Bartholomäusdom aufbewahrt. Von hier aus verbreitete sich im Spätmittelalter seine besondere Verehrung in Deutschland - bis hin nach Meckel. Er ist der Schutzpatron der Gerber, Hirten und Landleute. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.
Patrozinium: St. Martin - Gedenktag: 11. November
Eine erste Urkunde aus dem Jahre 762 berichtet, dass ein Grundherr namens Dodoinus und sein Sohn Helmericus ihren Anteil an dem im Bitgau gelegenen Dorf Hisnanca der Abtei Echternach vermachten. Um 835 erfolgte eine weitere Schenkung von Grundbesitz an das Kloster. 844 findet sich ein Tauschvertrag, wonach die Abtei Prüm durch den Grafen von Luxemburg ein Viertel der Kircheneinnahmen erhält.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte der Einfluss Echternachs auf Eisenach nachgelassen haben. In den folgenden Jahrhunderten erwarben auch die Abtei St. Maximin und der Hohe Dom zu Trier Güter im Ort, der Dom selbst besass die Grundgerichtsbarkeit. Aber auch Echternach hatte weiterhin Eigentum in Eisenach, wie aus der um 1597 angelegten Zeichnung des Abtes Bertels von Isnach hervorgeht. Pfarrlich war Eisenach zu dieser Zeit Filiale von Welschbillig. Erst 1803 wurde es eigenständige Pfarrei.
Auf Eisenach trifft zu, was auch über die übrigen hier vorgestellten Orte gesagt werden kann: diese Dörfer haben schon lange vor ihrer ersten urkundlichen Erwähnung bestanden wie zahlreiche Grabungsfunde belegen. Sowohl eine ausgedehnte fränkische Friedhofsanlage mit über 100 gesicherten Gräbern im Norden des Dorfes als auch das auf eben diese Zeit verweisende Martinspatrozinium sprechen dafür, dass Eisenach schon im 7. Jahrhundert bestanden hat.
Eine alte baufällige Kapelle wurde 1775 durch einen Neubau ersetzt, der 1838 erheblich erweitert wurde. Im Ausgehenden 19. Jahrhundert wurde diese Kirche durch den heutigen Bau des Diekircher Architekten Jean-Pierre Knepper (1851-1929) ersetzt. Vom Vorgängerbau erhielten sich nur wenige Reste im Turmuntergeschoss. Die zweischiffige neogotische Hallenkirche mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor hat fast ihre komplette Ausstattung aus der Erbauungszeit behalten, die Ausmalung wurde bei der letzten Renovierung Anfang der 1990er Jahre wiederhergestellt.
Der Kirchenpatron Martin von Tours: (Fest: 11. November/Name: der dem (Kriegsgott) Mars Geweihte) wurde um 316 in Sabaria, dem ungarischen Steinamanger (heute: Szombathely), als Sohn eines römischen Tribunen geboren. Mit 15 Jahren wurde er Soldat und diente in Gallien. Dort erlebte er um das Jahr 334 vor dem Stadttor von Amiens jene Begegnung mit dem Bettler, die bis heute unvergessen geblieben ist: er schenkte dem frierenden Bittsteller die Hälfte seines Soldatenmantels, daraufhin erschien ihm in der folgenden Nacht Christus im Traum und offenbarte sich als der eigentlich Bedürftige, dem Martin mit seinem Werk der Barmherzigkeit aus seiner Not geholfen habe. Bald darauf liess dieser sich taufen, trat aus der Armee aus, wurde Schüler des heiligen Hilarius von Poitiers (um 315-367), Missionar und Gründer des ersten abendländischen Klosters in Ligugé bei Poitiers. 371 rief das Volk der Stadt Tours ihn zum Bischof aus. Unermüdlich verkündete er den christlichen Glauben auf vielen Reisen, die ihn weit über die Grenzen seines Bistums führten. Zweimal weilte er auch in Trier. Seine besondere Sorge galt den Kranken und Armen, er selbst lebte streng asketisch. Am 8. November 397 verstarb er auf einer Pastoralreise in Candes an der Mündung der Vienne in die Loire. Sein Festtag ist der Tag seiner Beisetzung in Tours, zu der eine riesige Menschenmenge zusammenströmte. Mit seinem Tod begann seine bis heute lebendige Verehrung.
Martin ist einer der bedeutendten Heiligen des frühen Mittelalters. Als Patron der fränkischen Herrscher war seine Grabkirche viele Jahrhunderte deren Nationalheiligtum. Ihm zu Ehren gründeten die Franken zahlreiche Kirchen, so dass ein Martinspatrozinium meist auf eine sehr frühe Kirchengründung aus eben dieser Zeit hinweist. Mit dem Martinstag waren wichtige Bestimmungen verbunden: so endete an diesem Tag das Wirtschaftsjahr, Abgaben und Steuern wurden fällig, Pachtverträge und Arbeitsverhältnisse konnten neu geschlossen werden. Mit Martini begannen früher der Winter und die Adventszeit. Die besondere Stellung des Heiligen im Volksbrauchtum hat sich bis in unsere Zeit erhalten, denken wir nur an die Umzüge, die noch heute zu seinen Ehren jährlich stattfinden. Er wird unter anderem als Patron der Soldaten, Kavalleristen, Reiter, Huf- und Waffenschmiede, Weber, Tuchhändler, Schneider, Abstinenzler, Gänse, Haustiere, Gefangenen, Bettler, Böttcher, Besenbinder, Gerber, Handschuhmacher, Hirten, Hoteliers und Reisenden verehrt. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St. Agatha - Gedenktag: 05. Februar
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 771. Nach der Auflösung der Abtei Echternach wurde Menningen mit Minden 1802 Edingen zugeschlagen. Im Rahmen der Strukturreformen des Bistums Trier kam der Ort im Dezember 2007 zur Pfarrei Irrel.
Die Ursprünge der Kirche reichen in die Zeit um 1235. An den kräftigen Westturm schliessen sich der schlichte, heute flach gedeckte Saalraum und der eingezogenen quadratische Chorraum an, dessen frühgotisches Kreuzrippengewölbe auf Hornkonsolen ruht (vgl. Minden). 1688 und 1842 wurde das Gotteshaus renoviert, dabei erhielten die Kirchenfenster im 19. Jahrhundert ihre heutige Form.
Erster Patron der Kirche war der heilige Johannes der Täufer (Fest: 24. Juni/Name: Gott ist gnädig). Bei der Renovierung 1842 wechselte man das Patrozinium, an Stelle des Täufers trat Agatha, bis dahin die Nebenpatronin der Kirche. An dem in einfachen Barockformen gehaltenen Hochaltar lässt sich dies noch heute ablesen: im gesprengten Giebel krönt eine Johannesschüssel den Altar. Sie verweist auf den Tod des Vorläufers Christi, hatte ihm doch Herodes auf Drängen des Herodias und ihrer verführerisch tanzenden Tochter Salome enthaupten lassen (Mk 6,17-29).
Die Statuten der Heiligen Agatha und Johannes des Evangelisten flankieren den Altar. Agatha (Fest: 5. Februar/Name: die Gute, die Sanfte) entstammte einer adeligen sizilianischen Familie und erlitt in Catania 251 während der Christenverfolgungen unter Kaiser Decius den Martyrertod. Sie hatte Gott ein keusches Leben als Jungfrau gelobt und widerstand allen Annäherungen und Verlockungen des Prätors Quintianus, der sie zur Frau begehrte. Als er mit Schmeicheleien und Versprechungen nichts erreichte, versuchte er sie durch Folter umzustimmen. Schliesslich liess er ihr die Brüste abschneiden und die so Geschundene auf feurige Kohlen legen. Auf ihr Martyrium verweisen die Schale mit den beiden Brüsten sowie der Palmenzweig, den die Heilige in ihrer Linken hält. Sie ist Patronin unter anderem von Catania, der Glockengiesser und Hirtinnen und wurde gegen Feuergefahr, Erdbeben und Gewitter um Hilfe angerufen.
In vielen Johanneskirchen findet sich neben dem eigentlichen Patron oft der andere grosse von der Kirche verehrte Träger dieses Namens dargestellt, so auch in Menningen. In diesem Fall ist es der Evangelist Johannes (Fest: 27. Dezember). Der Kelch verweist auf eine Legende, die erzählt, Glaubensgegner hätten einmal versucht, den Evangelisten zu vergiften. Als dieser den Kelch mit dem tödlichen Trank segnete, sei eine Schlange aus dem Wein gekrochen. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St Ambrosius - Gedenktag: 07.Dezember
Wenige Jahre nach der Schenkung Irminas an Willibrord kamen neue Stiftungen an die sich entwickelnde Abtei, die in der Folgezeit ihren Besitz im angrenzenden Bitgau beträchtlich ausweitete. Um 714 stiftete ein gewisser Wachardus dem Heiligen in Erle an der Prüm, dem heutigen Irrel, Land und eine Mühle. Diesen Besitz vermachte Willibrord später mit anderen persönlichen Schenkungem seinem Kloster.
Irrel wurde Teil der Grosspfarrei Echternach, die insgesamt zehn Ortschaften beidseits der Sauer umfasste. Dies änderte sich erst im Laufe der Französischen Revolution, als das Koster Echternach aufgelöst und das Bitburger Land zuerst dem Herzogtum Luxemburg, dann dem neuerrichteten Wälder-Departement (Département des Forêts) und kirchlich dem Bistum Metz unterstellt wurde. 1803 wurde Irrel eigenständige Pfarrei. Nach dem Wiener Kongress kam das Land östlich des nun zur Grenze bestimmten Flusses kirchlich zum Bistum Trier, politisch zum Königreich Preussen (1821).
Ein erstes romanisches Gotteshaus fand sich nahe der Prüm auf der Gemarkung Altkirch, wie Funde bezeugen. 1510 erbaute man eine neue Kirche, die ursprünglich den Aposteln Simon und Judas geweiht war, ehe 1688 Ambrosius ihr Patron wurde.
Diese Kirche war 1839 erweitert und 1923 umgebaut worden. Nach dem Krieg wurde 1961/62 im Ortskern eine neue, grössere Kirche nach den Plänen des Bitburger Architekten Hans Geimer errichtet. Die alte Kirche, die sehr unter den Kriegseinwirkungen gelitten hatte, riss man 1963 bis auf den Glockenturm ab.
Verschiedene Einrichtungsgegenstände wurden in das neue Gotteshaus übertragen. Von besonderem Interesse ist dabei der reichverzierte barocke Kanzelkorb aus der Zeit um 1670. Er stammt aus der Abteikirche Echternach und erinnert damit an die ursprüngliche Verbindung mit dem Kloster.
Der Patron der Pfarrkirche ist nicht nur für diese Gegend sondern für das ganze Bistum aussergewöhnlich. Bis 1947 war Irrel die einzige Pfarrgemeinde, die in der Diözese diesem Heiligen geweiht war. Ambrosius (Fest: 7. Dezember/Name: göttlich, unsterblich) wurde 339 in Trier als Sohn des Präfekten von Gallien geboren. Mit etwa 11 Jahren kam er mit seiner christlichen Familie nach Rom, nach seinem Studium trat er in den Staatsdienst. Auf Grund seiner Fähigkeiten wurde ihm als 30-jährigem ein sehr hoher Staatsposten in Mailand übertragen. Welches Ansehen er sich in Ausübung dieses Amtes erwarb, zeigte sich vier Jahre später, als man ihn spontan auf den Ruf eines Kindes hin zum Bischof der Stadt wählte. Ambrosius liess sich taufen und wurde am 7. Dezember 373 zum Bischof von Mailand geweiht. Fünfundzwanzig Jahre lang wirkte er segensreich für sein Bistum, ehe er am 4. April 397 verstarb. Sein heutiger Gedenktag ist sein Weihetag zum Bischof.
Er wird besonders als Patron der Bienenzüchter, Wachszieher, Bienen sowie Haustiere verehrt. Grund hierfür ist die Überlieferung, dass einmal ein Bienenschwarm um den Mund des Säuglings flog, als dieser in der Wiege im Hof des Trierer Präfektenpalastes lag, ohne ihm ein Leid zuzufügen. Dies wirde als himmlisches Vorzeichen der gleichsam honigfliessenden Beredsamkeit des späteren Bischofs gedeutet. Er zählt mit Augustinus, Papst Gregor dem Grossen und Hieronymus zu den vier grossen Kirchenlehrern. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St. Markus - Gedenktag: 25. April
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes fällt in das Jahr 895, als König Zwentibold (ca. 871-900) Echternach seinen Besitz bestätigte, den seine Vorfahren dem Kloster in "Arenza" vermacht hatten. Vermutlich ist damit die Schenkung durch Pippin an die Abtei im Jahre 706 gemeint. Bis zu deren Auflösung gehörte Ernzen zur Grosspfarrei. 1803 wurde der Ort eine eigenständige Kirchengemeinde.
Eine Kirche wurde erstmals 1148 schriftlich erwähnt, in den Visitationsprotokollen von 1570 wird als Patron der heilige Markus genannt. 1613 war diese baufällig, wurde aber in der Folgezeit hergerichtet, wie die Jahreszahlt 1731 im heutigen Portal vermuten lässt. Zu einem Um- oder Neubau kam es erst nach Erhebung Ernzens zur Pfarrei in den Jahren 1808/09. der in schlichten Formen ländlichen Barocks gehaltene Bau wurde 1954 nach Plänen des Architekten Hans Geimer um ein Querhaus mit eingezogener Apsis sowie einen Turm an der Nordwestseite erweitert. Der steinerne Rokokohochalter stammt aus einem Vorgängerbau der nahegelegenen Liboriuskapelle und wurde aus deren Ruine 1808 in die neue Kirche überführt. 2007 erhielt diese zur Erinnerung an die alten Beziehungen zu Echternach eine Statue des heiligen Willibrord.
Patron der Pfarrkirche ist seit altersher der heilige Markus (Fest: 25. April/Name: der dem (Kriegsgott) Mars geweihte), der als der Verfasser des nach ihm benannten zweiten Evangeliums gilt. Eigentlich hiess er Johannes, Markus war sein Beiname. Er war Neffe des Barnabas und begleitete diesen und Paulus nach Antiochien. Später schloss er sich in Rom Petrus an; nach dem Tod der beiden Apostelfürsten soll er die Kirche in Alexandria gegründet haben, deren erster Bischof er wurde; dort starb er um das Jahr 67 als Märtyrer. Er ist unter anderem Patron der Bauarbeiter, Maurer, Glaser, Notare, Schreiber und Korbmacher, und wurde früher für gedeihliches Wetter und eine gute Ernte um Hilfe angerufen.
Etwa 200 Meter westlich der Kirche findet sich eine besondere Sehenswürdigkeit, der Felsenweiher, den Pfarrer Philipp Meier in den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts als eine romantische Kulissenlandschaft anlegen liess. Ursprünglich als Karpfenzuchtanlage gedacht, der aber nie ein wirtschaftlicher Erfolg beschieden war, diente seine Errichtung auch als Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die damals grosse Not leidende Bevölkerung. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: St. Liborius - Gedenktag: 23.Juli
Etwa zwei Kilometer südlich des Dorfes nahe des Ernzener Hofes erhebt sich auf den jäh zum Sauertal abfallenden Felsentürmen aus Sandstein die Liboriuskapelle. Wenige Meter entfernt führt ein Felsensteig in die Steinformationen hinein zu den Resten einer Einsiedelei, die 1596 vom Kloster Echternach errichtet und erst 1783 aufgelöst wurde. Nur noch vage lassen sich die in den Fels geschlagenen Wohnräume der hier lebenden Eremiten deuten.
Die vermutlich erste zur Einsiedelei gehörende Kapelle wurde 1680 geweiht, war aber 1808 soweit verfallen, dass man ihren Steinaltar in die nahegelegene neuerrichtete Pfarrkirche übertrug. 1901 legte man die restlichen Mauerteile nieder und ersetzte sie durch einen Neubau, den der luxemburgische Staatsarchitekt Charles Arndt (1825-1910) entworfen hatte. Dieser Bau ging in den Kriegswirren 1944 unter. 1951 wurde die bestehende Kapelle nach Plänen des Architekten Jules Schneider errichtet.
Die Kapelle steht an der Stelle, an der im Mai 836 die Gebeine des heiligen Liborius ruhten, als diese von Le Mans in Nordfrankreich nach Paderborn übertragen wurden. Bei ihrer Suche nach Reliquien für ihr neugegründetes Bistum hatten Paderborner Geistliche in Le Mans endlich Erfolg mit ihrem Begehren. Der dortige Klerus überliess ihnen die Reliquien ihres vierten Bischofs. Auf ihrem Heimweg, auf dem sich zahlreiche Wunder ereignet haben sollen, rastete die Delegation mit ihrem kostbaren Geschenk für eine Nacht an dieser Stelle hoch über der Abteistadt.
Liborius (Fest: 23 Juli/Name: dem Gott Liber gehörend, der Freie) entstammt einer angesehenen gallischen Familie und führte ein vorbildhaftes Leben, das besonders dem Gebet und den mönchischen Idealen gewidmet war, ehe er das Bistum Le Mans als dessen vierter Bischof 49 Jahre lang leitete. Er war mit dem heiligen Martin von Tours befreundet, der ihn auch an seinem Sterbebett besuchte und bestattete (9. Juni 397). Sein Fest erinnert an den Tag der Übertragung seiner Reliquien (Translatio) in Paderborn. Er ist der Patron dieses Bistums.
Mit der herrlichen Aussicht weit über das Sauertal und hinunter auf die Stadt Echternach, die man von dieser Höhe aus geniesst, soll unser Rundweg auf deutscher Seite schliessen. Noch einmal fällt under Blick auf die Abtei, die für viele Jahrhunderte auf einzigartige Weise das Leben und den Glauben dieser Gegend geprägt hat - und wie uns dieser Weg in Erinnerung rufen will - als Grosspfarrei in ganz besonderer Weise links der Sauer gewirkt hat, wo bis zur Französischen Revolution der grösste Teil ihres Seelsorgebezirkes lag. Wer möchte, sei nun eingeladen, den Teilnehmern der Springprozession über die Sauerbrücke in Echternacherbrück zu folgen und den Orten der einstigen Grosspfarrei, die im Luxemburgischen liegen, einen Besuch abstatten. "Text von Frank-Oliver Hahn".
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Patrozinium: Mariä Himmelfahrt - Gedenktag: 15. August
Im Jahre 704 schenkte die Oerener Äbtissin Irmina dem heiligen Willibrord auch ihren Besitz in Steinheim, der mit Menningen und Minden bis ans Ende des 18. Jahrhundert Klosterbesitz blieb. Die Orte gehörten zur Grosspfarrei Echternach. Die Kirche in Steinheim entstand vermutlich um 1200. Der englische Märtyrer-Erzbischof Thomas von Canterbury (1118-1170), 1173 heiliggesprochen, wird als Schutzpatron genannt. Sein Fest wird am 29. Dezember gefeiert. Da die 1872 entstandene Pfarrei Mariä Himmelfahrt als Patrozinium trägt, ist Thomas Becket heute Nebenpatron.
Die malerisch im Sauerurfer gelegene Kirche kann als Miniaturausgabe der Trierer Basilika St. Paulin bezeichnet werden. Sie ist vermutlich ein Werk des Abteibaumeisters Paul Mungenast (1735-1797) und geht zurück auf das Jahr 1776. Das Portal mit der prächtigen Madonnenfigur ist teilweise älter und stammt von einem Vorgängerbau.
Der steinerne Hochaltar im Innern stellt eine Schenkung des Abtes Cyrillus Kersch von Trier St. Matthias (Abt 1675-1700) dar. Sein Wappen befindet sich über dem nach dem 2. Weltkrieg eingebauten Kreuzigungsrelief. Die drei baraocken Bischofsstatuen stellen die Heiligen Thomas Becket, Nikolaus und Cyrillus dar. Die seitlichen Stuckaltäre und die Ausmalung sind leider ganz oder teilweise verloren gegangen. " Text Herrn Langini".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
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Patrozinium: Mariä Himmelfahrt - Gedenktag: 15. August
Der Ursprung des Wallfahrtsortes ist von Sagen umwoben und nicht genau bekannt. Das Gnadenbild auf dem Hochaltar, die Muttergottes von der "Hiéselter Heck" (Haselstaude) stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Im 10./11. Jahrhundert besass die Abtei Echternach eine Reihe von Rechten in der Umgegend. Auch die Trierer Abteien St. Irminen, St. Maximin und St. Martin waren dort begütert. Der Bau des kleinen Heiligtums ist wohl dem Echternach Kloster zu verdanken, das bis zu seiner Auflösung einen Jahrmarkt in Girsterklaus am 15. August abhielt. Während Jahrhunderten wohnte neben der Kapelle ein Einsiedler.
Ältester Teil des Bauwerkes ist der vermutlich frühmittelalterliche untere Bereich des massiven Turmes. Im 11./12. Jahrhundert wurde daran eine kleine romanische Basilika gebaut. Das Kreuzrippengewölbe des Mittelschiffs dürfte um 1500 entstanden sein. Auf das 18. Jahrhundert verweisen die Querhausflügel und die polygonale Apsis. Aus der Zeit der Romanik haben sich auch mehrere Malereireste erhalten.
Das qualitätvolle steinerne Mobiliar mit zum Teil wertvollen Strukturen verleiht dem Raum einen festlichen Charakter. Ins 17. Jahrhundert reicht der Hochalter zurück, die Nebenaltäre sind etwas jünger. Die Kanzel aus dem Jahr 1630 ist besonders bemerkenswert. Um diese Zeit hielt der Predigtstuhl nämlich seinen Einzug in die Kirchen im ländlichen Raum, und zwar auf Grund der Bestimmungen des Konzils von Trient (1545-1563), das die regelmässige Verkündigung und Erklärung der hl. Schrift vorschrieb. " Text Herrn Langini".
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Patrozinium: hl. Katharina - Gedenktag: 25. November
Der Ort gehörte zu dem Besitz, den die Äbtissin Irmina dem Echternacher Klostergründer Willibrord im Jahr 698 übertrug. 1349 gelangten einige Rechte durch Schenkung Kaiser Karls IV. (1316-1378) an die Klarissenabtei in Echternach. In kirchlicher Hinsicht blieb das Dorf bis nach dem Napoleonischen Konkordat bei der Mutterpfarrei. In der Taxa Generalis, einer Trierer kirchlichen Steuerliste aus der Zeit um 1330, wird erstmals ein Gotteshaus erwähnt, das über eine Reihe von Pfarrechten verfügte. Dieser Umstand hängt ohne Zweifel mit der Enge der Mutterkirche St. Peter und Paul und des zugehörigen Friedhofs zusammen.
Als Patron wurde zuerst der hl. Papst Urban genannt, später traten die Märtyrerinnen Margareta und Katharina an seine Stelle. Heute gilt das Patrozinium der hl. Katharina (Fest: 25. November/Name: die allzeit Reine). Sie soll in der ägyptischen Stadt Alexandria gelebt haben und sich durch ihre besondere Gelehrsamkeit ausgezeichnet haben. Über ihr Leben und ihren Tod ist nicht Sicheres bekannt. Weil sie dem christlichen Glauben nicht abzuschwören bereit war, wollte man sie bei lebendigem Leib rädern, doch das Rad, auf man sie band zerbrach, was ihr gewohntes Attribut, ein zerbrochenes Rad, erklärt. Schliesslich wurde sie enthauptet, so wurden das Schwert und die Siegespalme der Märtyrer ihre weiteren Attribute.
Die Pfarrei Osweiler entstand 1803, die heutige Kirche wurde 1852/53 erbaut. Nach schweren Kriegsschäden wird sie mehrmals umgebaut und renoviert; 1949, 1958 bis 1961 sowie 1993 bis 1995. Raumbestimmend ist heute die Wandmalerei von Jean Thill (1913-1984) in der Apsis. Sie zeigt die Kreuzigung Christi mit der hl. Dreifaltigkeit sowie die hl. Katharina und den hl. Willibrord. " Text Herrn Langini".
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Patrozinium: Johannes Baptista - Gedenktag: 24. Juni
Das herrschaftliche, 1758 unter Abt Michael Hormann (1691-1775, Abt seit 1751) erbaute Gehöft gegenüber der Kirche erinnert daran, dass Bech bis zum Ende des Ancien Régime Echternacher Klosterbesitz war. Auch in kirchlicher Hinsicht gehörte der Ort zur Pfarrei Echternach, hatte jedoch eine eigene Kapelle mit Sonntagsgottesdienst und einen Friedhof. Die heutige Pfarrei Bech wurde 1808 geschaffen, die Pfarrkirche entstand 1875 und wurde im folgenden Jahr bereits eingeweiht. Sie ist ein Werk des luxemburgischen Staatsarchitekten Charles Arendt.
An ein früheres Gotteshaus erinnert der steinerne Hochaltar aus dem frühen 17. Jahrhundert mit den Alabasterstatuen der heiligen Luzia und Agatha, zwei sizilianischen Märtyrerinnen über die kaum sichere historische Nachrichten vorliegen. In der Zeit der Gegenreformation wurden sie besonders wegen ihrer Glaubenstreue verehrt. Die beiden anderen Standbilder am Retabel sind aus Holz und etwas später entstanden. Sie stellen den Täufer Johannes und den heiligen Wendelin dar. Die Ausmalung des Chorraumes geht auf das Jahr 1901 zurück. Es handelt sich um ein Werk des Künstlers Gerhard Lamers (1871-1964), eines Schülers von Friedrich Stummel (1850-1919). Am Taufstein thront die Holzfigur des Hl. Willibrord, geschaffen nach der Vorlage des Stevens-Gemäldes von 1604 in der Echternacher Basilika. " Text Herrn Langini".
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Patrozinium: hl. Petrus u. Paulus - Gedenktag: 29. Juni
Die Schenkungsurkunde von 698, mit der Irmina von Oeren dem Erzbischof Willibrord ihre Güter in Echternach übertrug, erwähnt auch eine Kirche zu Ehren der Heiligen