Patrozinium: St. Bartholomäus - Gedenktag: 24. August
Wie wechselhaft Besitzverhältnisse in früherer Zeit waren, zeigt Meckel. Um 799 schenkte der in unserer Gegend reich begüterte fränkische Edelmann Harduwinus sein "im Bitgau im Dorfe namens Mekela" gelegenes Eigentum zusammen mit der dortigen Kirche der Abtei Echternach. Diese Schenkung ergänzte um 835 seine Ehefrau Ava durch ihren im Dorf gelegenen Herrenhof.
1258 wurde die Kirche dem Hospital in Echternach übertragen, die Abtei selbst aber besass weiterhin das Patronatsrecht. Im Jahre 1491 wurde die Pfarrkirche in das 1488 neuerrichtete und näher gelegene Kreuzherrenkloster auf dem Helenenberg inkorporiert, von da an musste die Priorei die Geistlichen für Meckel stellen. Für diesen Dienst erhielt der Helenenberg ein Drittel des Zehnten, zwei Drittel aber verblieben weiterhin in Echternach.
Die Abtei verstand sich auch später als der eigentliche Besitzer der Pfarrei, wie aus der Zeichnung des Abtes Johann Bertels ersichtlich wird, die dieser um 1597 von der Meckeler Pfarrkirche in seinem Rentenbuch anfertigte. Sie stellt das älteste bildliche Zeugnis der alten Pfarrkirche dar. Bei dieser Pfarrorganisation blieb es bis zum Ende der Abtei 1794, danach gehörte Meckel bis 1817 zum Bistum Metz, ehe es der Trierer Diözese zugeteilt wurde. Über die anderen für den Ort bedeutsamen Grundherrschaften sei nur soviel gesagt, dass im Mittelalter unter anderem auch den Trierer Abteien Oeren (St. Irminen), St. Maximin sowie St. Simeon ausgedehnte Güter gehörten.
Das Dorf besitzt heute zwei Kirchen, die neue wurde nach längerer Vorplanung ab 1896 errichtet und 1899 konsekriert. Ihr Architekt war der Trierer Dombaumeister Reinhold Wirtz (1842-1898). Die alte Pfarrkirche dient seitdem als Friedhofskapelle, ihr gilt in diesem Zusammenhang unser besonderes Interesse. Denn es handelt sich bei ihr eben um die Kirche, die einst zum Besitz von Echternach gehörte und die Abt Bertels auf seiner Zeichnung um 1597 sehr detailgetreu dargestellt hat.
Das um 800 genannte Gotteshaus Harduwins hat keine Spuren hinterlassen, vermutlich stand es an der Stelle der heutigen alten Kirche. Auch kann angenommen werden, dass das Gut des Stifters nahebei gelegen war. Um 1200 wurde ein steinernes Gotteshaus errichtet, von dem sich der schwere, gedrungene Turm erhalten hat. Ursprünglich fünf Geschosse hoch wurden 1896 zwei davon wegen Baufälligkeit abgetragen. Seitlich des Turmes künden die Reste eines romanischen Türsturzes von diesem Bau. Zwischen 1473 und 1491 errichtete man das heutige Kirchenschiff mit seinem rechteckigen Chor.
Im Inneren finden wir einen fast quadratischen Einstützenraum vor. Dieser Bautypus - eine Stütze im Mittelpunkt des Raumes trägt das Gewölbe und unterteilt die Halle in zwei Schiffe - gehört zu einer Sonderform gotischer Kirchenarchitektur, die sich vor allem in Böhmen, Österreich und Ostbayern findet. Durch den weitgereisten Kardinal Nikolaus Cusanus (1416-1464) gelangte diese Bauform über das von ihm gegründete Hospital in Bernkastel-Kues an die Mosel und fand in der Folgezeit auch in der Eifel Nachahmung und Abwandlungen, so unter anderem in Wolsfeld und Meckel. Seine Ausmalung erhielt das Gotteshaus 1672. Vier Jahre später wurde auch in Meckel die für das untere Nimstal so wichtige Christenlehr-Bruderschaft eingeführt, von der wir schon in Alsdorf erfuhren.
Wann Meckel sein heutiges Patrozinium erhielt, ist ungewiss. Möglicherweise war einst der heilige Trierer Bischof Maximin (Bischof ab ca. 329, gest. um 346) der ursprüngliche Patron Meckels, der Wechsel des Patroziniums wird wohl vor 1487 vorgenommen worden sein. Bartholomäus (Fest: 24. August/Name:hebräisch bar tolmai - Sohn des Furchenziehers) finden wir nur in den Apostellisten des Neuen Testamentes. Wahrscheinlich ist er identisch mit jenem Natanael aus Kana in Galiläa, der anfangs skeptisch gegenüber Jesus war, der von ihm voller Hochachtung sagte: "Seht, da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit." (Joh I,45ff) Bartholomöus war sein Beiname. Der Überlieferung nach predigte er in Indien, Mesopotamien und südlich des Kaspischen Meeres in Kleinasien. In Armenien soll er auf grausame Weise den Martertod erlitten haben, man häutete ihn bei lebendigem Leibe. Seine Gebeine kamen 983 nach Rom, seine Hirnschale wird seit 1238 in Frankfrut am Main im Bartholomäusdom aufbewahrt. Von hier aus verbreitete sich im Spätmittelalter seine besondere Verehrung in Deutschland - bis hin nach Meckel. Er ist der Schutzpatron der Gerber, Hirten und Landleute. "Text von Frank-Oliver Hahn".
"Diese Texte wurden übernommen aus der Schrift: "Willibrordkulturweg 658-2008 - Auf den Spuren des Heiligen beidseits der Sauer", Hrsg.: Kath. Pfarramt St. Hubertus, Rathausstr. 2, 54636 Wolsfeld".
Dort kann das entsprechende Führerheft (Umfang 48 S., durchgehend farbig bebildert, 1 Karte) für 3 € Unkostenbeitrag (plus Versandkosten) bezogen werden. Tel.: 00 49 65 68 / 9 31 31.