Esch/Alzette - Lehrpfad „Ellergronn“ - Natura 2000

Die Natur erobert die "Rote Erde" zurück –

Biotope, Geologie und Industriegeschichte in Esch/Alzette


Seit langem sind die Eisenerzminen in der Minette-Region im Süden stillgelegt. Doch die ehemaligen Abbaugebiete leben. Wie die Natur den kargen Boden zurückerobert und ihm mit der Zeit ein neues Gesicht verliehen hat, veranschaulicht der Lehrpfad Natura 2000 in Esch/Alzette.

Der Abbau der eisenhaltigen Minette und die Stahlerzeugung haben unserem Land zu einer großen wirtschaftlichen Blüte verholfen. Während ein grosser Teil der Minette im Tagebaugefördert wurde, fand im ”Ellergronn” der Abbau in unterirdischen Stollen der ”Mines Cockerill” statt.Viele der ehemaligen Galerien sind mittlerweile eingestürzt.

Der Eisenerzabbau hat die Landschaft in der Minette-Region tiefgreifend geprägt. Unterirdische Stollen durchfurchen bis heute ihr Inneres und an der Oberfläche hinterließ der Tagebau regelrechte Mondlandschaften in der typisch roten Farbe des Eisenerzes.

Der Lehrpfad Natura 2000 präsentiert die neu entstandenen landschaftlichen Facetten mit ihren Biotopen, den geologischen Besonderheiten und der industriellen Vergangenheit. Die komplette Streckenführung des Naturlehrpfades gliedert sich in drei Themenbereiche, die jeweils eine Schleife bilde, mit unterschiedlicher Parcourslänge und hat folgende folgenden Themen zur Auswahl:

·    Pionierwäldern,
·    Eisenbergen und
·    Steinzeitkulturen


An Lebensräume im ”Ellergronn” seien erwähnt und herausgehoben:
- Kalkbuchenwald
- Bachbegleitender Erlen-Eschenwald
- Trockenrasen
- Weiher


Die Route A von fünf Kilometern befasst sich mit dem Thema "Der Mensch und der Wald"
Die Route führt fast ausschließlich durch Waldzonen, die durch menschlichen Eingriff verändert wurden. Weiher, Buchenwälder, eingestürzte unterirdische Stollen aber auch die Überreste der Seilbahn, welche die mit Eisenerz befüllten Waggons in luftiger Höhe von Differdingen über Esch ins französische Öttingen überführte, kennzeichnen die Landschaft.
Der Ausgangspunkt ist das Empfangszentrum "Ellergronn" der Forstverwaltung. Eine interaktive Ausstellung auf deutsch und französisch führt hier Erwachsenen wie Kindern die bewegte Industriegeschichte des Geländes von den Jahren der Minenausbeutung bis zur Schaffung der Naturschutzzone vor Augen. Ein Restaurant mit Terrasse bietet sich für Ausflüge an.

Schleife B führt über den "Gaalgebierg", den "Eisebierg" und die Anhöhe genannt "Gléicht".
Auf viereinhalb Kilometern entdeckt der Wanderer die Geschichte des Erzabbaus. Hier zeugen archäologische Fundstätten auf der "Gléicht" von menschlicher Präsenz seit dem Neolithikum, während bei Ausgrabungen entdeckte Schmelzöfen auf die Eisengewinnung seit der Eisenzeit hinweisen. Auch die Römer hatten auf den Plateaus der Umgegend ihre Lager. Schroff abfallende Steinbrüche legen den geologischen Aufbau der Minette sowie deren Abbaumethoden über Tage offen und Panoramablickpunkte enthüllen die Schönheit der neu gewachsenen Landschaft.

Die kürzeste Strecke C misst zweieinhalb Kilometer. Hier wird der Wanderer Zeuge, wie die Vegetation unaufhaltsam die alten Steinbrüche über Tage wieder in Besitz nimmt. Vormals nackte Felsen werden von üppigen Mooskissen bedeckt, auf dem kargen Boden der Anhöhen breiten sich Trockenrasen mit typischen Pflanzenarten aus. Eine grüne Schlucht entpuppt sich als Eingang zu einer stillgelegten Mine, dessen steilen Wände von seltenen Farnen überwuchert werden.

Die Vegetation ist gekennzeichnet von Pionierwäldern mit Birken, krüppeligen Eichen und Buchen. Begehen kann man auch die Strecke der ehemaligen Trambahn, die Esch mit Rümelingen und Öttingen verband und den Bulldozerweg. Dieser Pfad startet am Escher Tierasysl. Wer die Gesellschaft eines Vierbeiners wünscht, kann den Weg in Begleitung eines Hundes aus dem Asyl antreten.

Eine kostenlose Dokumentation und eine ausführliche topografische Karte ist im Empfangszentrum "Ellergronn" erhältlich.
DE - PDF online Dokumentation über das Naturschutzgebiet „Ellergronn“:

Durch das offiziell klassierte Naturschutzgebiet „Ellergronn“ im Süden von Esch/Alzette wurde von der Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und der Stadt Esch/Alzette ein Naturlehrpfad angelegt, auf dem den Spaziergängern auf vielen Schautafeln das Besondere dieser Landschaft näher gebracht werden soll.

Der Rundgang beginnt beim Empfangszentrum « Ellergronn », welches in den restaurierten Gebäuden der ehemaligen Erzmiene „Mine Cockerill“ im Süd-Osten von Esch/Alzette errichtet wurde. Die Gesamtlänge des Lehrpfades beträgt 12 km; 4-5 Stunden sind als Dauer des Rundganges, der Unterbrechungen, der Observationen und der Besichtungen der Lebensräume im „Ellergronn“, einzuplanen. Der Weg führt die Besucher, über die beschriebenen 3 Routen durch die hier typischen Kalkbuchenwälder, an mehreren Weihern vorbei, bis hin zu den bachbegleitenden Erlen-Eschenwald und einem Trockenrasen, welcher floristisch besonders interessant ist wegen seinem Orchideenreichtum. Auf den Schautafeln werden diese Lebensräume vorgestellt.
Parkplätze gibt es am Eingang der Mine "Heintzenbierg" hinter dem Sportplatz der AS Jeunesse Esch.
Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr.
Die Strecke ist auch mit dem Moutain-Bike befahrbar.
Geführte Besichtigungen sind auf Anfrage möglich.

Adresse: "Centre d'accueil nature et forêt Ellergronn", L-4114 Esch/Alzette, Tel. 26 54 42-1.

Quelle : www.wort.lu 01.05.2009 verfasst von Manon Kramp
Umweltministerium - Dokumentation über das Naturschutzgebiet „Ellergronn“
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